Esna mit dem Chnum-Tempel
Im Alten Ägypten hieß die oberägyptische Stadt noch Tesnet. Heute ist Esna mit ihren 30.000 Einwohnern das Zentrum des koptischen Glaubens. Der Ort liegt am linken Nilufer, ist 54 Kilometer südlich von Luxor und 49 Kilometer nördlich von Edfu entfernt. Esna kann u.a. über den 1994 fertiggestellten Staudamm sowie der Schleuse erreicht werden.
Mitten im Stadtzentrum befindet sich der Chnum-Tempel, dessen Bau in der ptolemäischen Zeit begonnen wurde, aber erst in der Zeit des Römischen Ägyptens beendet wurde. Dieser Tempel sank einst ab, bis er bald von Schlamm umschlossen war. Napoleon ließ den Tempel im 18. Jahrhundert dann endlich ausgraben. Somit steht der Bau in einer 9 Meter tiefen Kuhle und der Boden bildet mit dem Dach eine Ebene. Außen wie auch Innen sind die Wände vollständig mit Reliefs geschmückt. Die Erbauer legten besonderen Wert aufs Detail, denn es finden sich herausgearbeitete, aber auch eingearbeitete Reliefs vor. Alle Bildnisse zeigen vor allem Opferszenen sowie Kulthandlungen von Königen vor Göttern. Astronomische Darstellungen lassen sich an der Decke vorfinden.
Einige der beigefügte Hieroglyphen sind sogar kodiert, indem sie durch Krokodil- und Widderzeichen ausgetauscht wurden. Dadurch ist erkennbar, dass der Tempel dem widderköpfigen Gott Chnum – dem Gott der Nilquellen - geweiht ist.
Der kleinere damals mit Chnum kultisch in Zusammenhang stehende El-Hilla-Tempel wurde 1828 leider abgerissen. Selbst der knapp 4 Kilometer von Esna entfernte Ed-Deir-Tempel musste nur 15 Jahre später einer Fabrik weichen und wurde dem Erdboden gleichgemacht.
