Edfu und der Horus Tempel

Die Kleinstadt Edfu – sehr oft auch Idfu genannt – liegt mit ihren 60.000 Einwohnern am westlichen Ufer des Nils, etwa 100 Kilometer von Luxor entfernt. Vorherrschend ist das alte Töpfergewerbe und die Landwirtschaft. Aufgrund der vielen Zuckerfabriken ist die Stadt aber auch ein wichtiges Handelszentrum. Sogar eine Brücke verbindet seit 1969 beide Nilufer.
Schon zu Zeiten des Alten Reiches war Edfu aufgrund des fruchtbaren Bodens ein regionales Zentrum. Außerdem führten von hier aus Wege nach Charga, einer westlich gelegenen Oase, sowie in die andere Richtung zu den Minen in der Wüste. Auch konnte über den östlichen Weg das Rote Meer erreicht werden.

Die heute an Edfu angebundenen Bahnlinien und Straßen verlaufen auf der Ostseite des Nils. Mit einem PKW kann Edfu allerdings nur erreicht werden, indem man sich in Luxor einem Konvoi anschließt. Dies hängt damit zusammen, da sonst eine zu große Ansammlung von Touristen – der Verkehr kommt oft genug zum Stillstand - den nahegelegenen Horus-Tempel besichtigen würden.
Dieses bedeutende Denkmal aus dem Alten Ägypten ist dem Gott Horus geweiht, besteht aus Sandstein und ist dazu noch fast vollständig erhalten. Grund dafür ist, dass der Tempel sehr lange von einer Sandschicht bedeckt war und somit von der Witterung verschont blieb.

Aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen wurde der Bau oft unterbrochen, wodurch die Fertigstellung 200 Jahre andauerte. Eingebettete Schriften um die Mauern herum stellen eine Dokumentation über die Entstehung des Horus-Tempels dar. An den Seiten der Toranlage (Pylon), welche 70 Meter breit und knapp halb so hoch ist, thront je ein aus schwarzem Granit bestehender Falke.
In Edfu soll laut Sage ein Kampf zwischen Horus und Seth stattgefunden haben, wobei der als Falke dargestellte Gott siegte.


