Abu Simbel die Tempelanlagen von Ramses II besichtigen

Nördlich an der Grenze zum Sudan befindet sich Abu Simbel – eine oberägyptische Stadt am Nil. Die Bevölkerung lebt fast nur vom Tourismus, da landwirtschaftliches Nutzland nicht vorhanden ist. Mittlerweile jedoch ist geplant, die hochgelegenen Wüstenregionen fruchtbar zu machen.
Bekannt ist Abu Simbel durch die zwei Tempel von Ramses II., welche auf der westlichen Seite des Nils stehen. Diese Bauwerke wurden in Fels gehauen und stellen die Macht und Überlegenheit Ägyptens gegenüber dem tributzollenden Nubien dar.
Sehr wichtig zu wissen ist, dass diese beiden Tempel zwischen 1964 und 1968 verlegt wurden. Das heißt, sie wurden in Tausende Blöcke geschnitten und anschließend 180 Meter im Landesinneren wieder zusammengesetzt. Grund für diese Maßnahme war, dass die Tempel durch die Fluten des Nassersees zu versinken drohten. Doch der geplante Bau des Assuan-Hochdamms war zwingend notwendig.
Die vier 20 Meter hohen Kolossalstatuen, von denen je zwei die rechte und zwei die linke Seite des Eingangsbereiches zieren, stellen alle Ramses II. dar. Neben den Beinen ist seine Gemahlin Nefertari abgebildet - zwischen seinen Füßen die Kinder. Der 18 Meter lange und knapp 17 Meter breite Saal wird im Innern durch 8 als Osiris gestaltete Pfeiler gestützt.
Bemerkenswert ist, dass das Allerheiligste, in denen sich Statuen des Reichsgottes Amun Re, Ramses II. selbst sowie des Sonnengottes Re-Harachte zweimal im Jahr jeweils zur Sonnenwende von eindringenden Sonnenstrahlen beleuchtet werden.

Der Schöpfergott Ptah, welcher ebenfalls hier in Stein verewigt wurde, bekommt das Sonnenlicht nicht zu spüren. Grund dafür ist, dass er als Gott der Schöpfung und auch der Unterwelt im unerkenntlichen Hintergrund verbleiben sollte.
Für seine Frau Nefertari ließ Ramses II. einen kleineren Tempel – den Hathortempel – in Abu Simbel errichten. Untypischerweise wurde sie als Statue genauso groß dargestellt wie Pharaonen, was darauf hindeutet, dass er sie von all seinen Frauen am meisten liebte. Die Halle dieses Kulturdenkmals wird von sechs quadratischen Säulen getragen und zeigen Hathor und andere Götter.



