Ägypten öffnet Grenze nach Gaza
Ab dem kommenden Montag erhalten die Bewohner der besetzten Gebiete im Gaza-Streifen zwischen Ägypten und Israel unter bestimmten Voraussetzungen Gelegenheit, ins Ausland zu reisen. Die Grenze nach Ägypten soll Medienberichten zufolge am Checkpoint Rafah für die Dauer von drei Tagen geöffnet werden, um in erster Linie humanitäre Hilfe leisten zu können. Darüber hinaus erhalten sämtliche Bewohner des Gaza-Streifens eine Ausreisegenehmigung, die über eine ägyptische Staatsangehörigkeit oder einen sonstigen nicht-palästinensischen Pass verfügen. Eine ähnliche Regelung soll für Studenten gelten, die jedoch zuerst ein entsprechendes Formular beantragen müssen, um den Gaza-Streifen vorübergehend verlassen zu dürfen.
Die Blockade des Gaza-Streifens besteht nun seit gut zwei Jahren und ist eine direkte Folge der Machtergreifung der Hamas in dem autonomen, aber dennoch von Israel kontrollierten Gebiet, das unter anderem auch an Ägypten grenzt. Menschenrechtler und nahezu alle arabischen Staaten verurteilen das Vorgehen Israels im Gaza-Streifen und die damit verbundene humanitäre Lage der rund 1,5 Millionen Bewohner dieser Region. Am dringendsten werden im Gaza-Streifen Lebensmittel, Medikamente und Rohstoffe benötigt, was durch die zeitweilige Aufhebung der Blockade zumindest ansatzweise ermöglicht werden soll.
Ägypten hat sich in der Vergangenheit stets um eine mehr oder weniger neutrale Haltung bemüht, da es als eines der wenigen arabischen bzw. islamischen Staaten diplomatische Beziehungen mit Israel unterhält. Darüber hinaus wird Ägypten eine entscheidende Rolle bei der Suche nach einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten zugeschrieben.
