Menschen im Alten Reich

Das knapp über 600 Jahre andauernde Alte Reich beginnt um 2.750 v.Chr. und beinhaltet die 3.-6. Dynastie. Schon zu jener Zeit verfügten die Herrscher über einen perfekten Verwaltungsapparat.
In Sakkara ließ König Djoser mit Hilfe seines Bauleiters Imhotep die erste Stufenpyramide Ägyptens erbauen, wodurch er folglich den Grundstein für weitere prachtvolle Kulturdenkmäler legte. Ab der 4. Dynastie nämlich entstand ein regelrechter Boom, sodass bald eine Vielzahl dieser pompösen Grabstätten der Pharaonen aus dem Boden emporragten. Auch die sehr bekannte Cheopspyramide von Gizeh entstand zu dieser Zeit und ist mit ihren 146 Metern die höchste der Welt. Für derart Bauwerke waren tausende Sklaven, Handwerker und Fachleute notwendig, um sie nach 30 Jahren fertigstellen zu können.
Sogar die erste Ehrfurcht ausstrahlende Kolossalstatue – die Sphinx – wachte majestätisch über der Nekropole von Gizeh. Das auf ihrem 57 Meter langen Löwenkörper befindliche Haupt zeigt den Kopf ihres Erbauers Chephren, der das typische Pharaonenkopftuch und den falschen Bart trägt.
In der 5. Dynastie wurden die Grabbauten der ägyptischen Herrscher wieder kleiner, jedoch entstanden Tempel für den in Vordergrund tretenden Sonnengott Ra (Re), sodass Horus in den Hintergrund gedrängt wurde.
Kämpfe in Nubien, Palästina und Sinai führten ab der 6. Dynastie zu politischen und sozialen Unruhen, was für die Blütezeit des Alten Ägypten ein Ende bedeutete. Durch diese aufständischen Kämpfe erlangten die Bezirksgouverneure mehr Macht. Aufgrund von Feldzügen konnten Vieh und Gefangene eingebracht sowie Bauholz, Kupfer und Gold importiert werden. Dies veranlasste die einzelnen Gaufürsten Bautätigkeiten vorzunehmen, doch der dadurch einhergehende Verwaltungsaufwand verschlang enorme Kosten. Die Trockenperiode verschlechterte die wirtschaftliche Situation zusätzlich. Schon bald folgten Hungersnöte, und der Verfall des Alten Reiches war nicht mehr aufzuhalten. Rivalisierende Gaue blieben erhalten, die Staatsgewalt jedoch zerbrach.
