Ägypten sagt Feier für Maimonides Synagoge in Kairo ab
Es sollte vor allem ein großes symbolisches Zeichen für die guten diplomatischen Beziehungen sein, die Ägypten im Vergleich zu den meisten anderen arabischen bzw. islamischen Staaten gegenüber dem jüdischen Nachbarn Israel pflegt. In Kairo wurde Anfang März die Maimonides Synagoge wiedereröffnet, nachdem diese von Grund auf restauriert worden war. An diesem Festakt im kleinen Rahmen nahmen jedoch ausschließlich Vertreter aus Israel und den jüdischen Gemeinden in Ägypten teil, die offizielle Eröffnung sollte eigentlich am vergangenen Wochenende stattfinden.
Doch daraus wurde in Kairo nichts, nachdem sich Ägypten mit seinen arabischen Nachbarn solidarisiert hatte. Israel hatte zuvor angekündigt, seine umstrittene Siedlungspolitik im Osten von Jerusalem fortsetzen zu wollen, was nicht nur in der arabischen Welt für harsche Kritik gesorgt hatte. Ägypten sieht dieses Handeln als unnötige Provokation seines Nachbarn an und sagte als Reaktion die Eröffnung der Maimonides Synagoge in Kairo ab.
Das jüdische Gotteshaus in Kairo ist eine von nur elf Synagogen in Ägypten, die sich größtenteils in erbärmlichem Zustand befinden. Ägypten hat Israel jedoch schon vor einigen Jahren zugesagt, sämtliche Synagogen und jüdischen Sehenswürdigkeiten in Ägypten zu restaurieren. Mit der Maimonides Synagoge wurde dieses Versprechen nun schon zum zweiten Mal umgesetzt, weitere Projekte zum Erhalt des jüdischen Erbes in Ägypten sollen folgen. Die jüdische Gemeinde in Ägypten zählt nur noch rund 100 Mitglieder, vor dem Zweiten Weltkrieg bzw. der Staatsgründung Israels waren es noch 80.000 gewesen.
