Deutsche Grenzbeamte sollen ägyptische Kollegen unterstützen
Die Probleme mit Schmugglern entlang des etwa 12 Kilometer langen Grenzstreifens, der Ägypten von dem auf israelischem Territorium liegenden Gaza trennt, sind zwar nicht neu, haben durch den jüngsten Krieg zwischen Israel und den Hamas aber eine noch höhere Priorität erhalten. Unmittelbar vor dem Ausbruch der kriegerischen Auseinandersetzungen rund um die Palästinensergebiete im Gaza-Streifen soll es nach Einschätzungen der israelischen und ägyptischen Behörden im Grenzgebiet bis zu 400 Tunnels gegeben haben, die vom israelischen Militär nun weitgehend zerstört wurden.
Um einen Neubau der Tunnels zu unterbinden und die allgemeine Grenzsituation besser in den Griff bekommen zu können, werden in den nächsten Tagen Spezialisten aus Deutschland in Ägypten erwartet. Die deutschen Beamten werden sich zwar nicht aktiv an den Grenzkontrollen beteiligen, ihren ägyptischen Kollegen aber beratend zur Seite stehen. Darüber hinaus soll Ägypten technische Hilfe aus Deutschland erhalten, so z.B. in Form von Geräten, die auch geringste Erschütterungen im Erdreich aufspüren können.
Die Zahl der Schmuggler-Tunnels rund um die Grenzstadt Rafah hat sich in den vergangenen beiden Jahren seit der Machtübernahme der Hamas im Gaza-Streifen dramatisch erhöht. Waffen aus dem Iran zählen zur Hauptschmuggelware, daneben wurden aber auch fast alle denkbaren Schmuggelgüter, z.B. Viehherden, Nahrungsmittel, Prostituierte, zwischen Ägypten und Gaza ausgetauscht. Der unterirdische Schmuggel hat sich in Gaza schon fast zu einer Art Gewerbezweig entwickelt, für den die Hamas sogar offizielle Lizenzen vergeben.
